Grundsicherung (SGB II) einfach erklärt – Bürgergeld im Überblick
Die Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II ist die Leistung, die viele noch als Bürgergeld kennen. Sie hilft Menschen, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen decken können – zum Beispiel bei Arbeitslosigkeit oder wenn das Einkommen trotz Arbeit nicht reicht (Aufstockung).
1) Was ist Grundsicherung (SGB II) bzw. Bürgergeld?
Das Bürgergeld wurde zum 01.01.2023 eingeführt und hat das frühere System Hartz IV / Arbeitslosengeld II abgelöst. Im Alltag wird weiterhin oft „Bürgergeld“ gesagt – rechtlich geht es um die Grundsicherung nach dem SGB II.
2) Wer hat Anspruch?
Grundsätzlich kommt die Leistung in Frage, wenn du:
- erwerbsfähig bist und Hilfe brauchst, um den Lebensunterhalt zu sichern,
- arbeitssuchend bist oder zwischen Jobs stehst,
- oder arbeitest, aber dein Einkommen nicht reicht (Aufstockung).
Wichtig: Ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht, prüft das Jobcenter im Einzelfall.
3) Woraus setzt sich der monatliche Anspruch zusammen?
Ganz grob besteht die Berechnung aus:
(A) Bedarf
- Regelbedarf (Lebensunterhalt)
- Kosten der Unterkunft und Heizung (Miete und Heizkosten – Angemessenheit wird regional geprüft)
- ggf. Mehrbedarfe (z.B. Schwangerschaft ab 13. Woche, Alleinerziehung, bestimmte Erkrankungen, dezentrale Warmwasseraufbereitung)
(B) Abzüge
- angerechnetes Einkommen (z.B. Lohn, Kindergeld)
- dabei werden Freibeträge berücksichtigt (je nach Fall)
4) Wie hoch ist der Regelbedarf?
Die Höhe hängt von der sogenannten Regelbedarfsstufe ab (Alleinstehend, Partner, Kinder nach Alter). Die vollständige Tabelle und die wichtigsten Mehrbedarfe findest du hier.
5) Antrag stellen: so gehst du vor
Die Grundsicherung wird nur auf Antrag gezahlt. Entscheidend ist häufig das Antragsdatum, weil Leistungen in der Praxis ab dem Monat der Antragstellung relevant werden.
Anleitung + Links/Formulare findest du hier.
6) Arbeit und Nebenjob: lohnt sich das?
Ja. Einkommen wird nicht 1:1 abgezogen, weil es Freibeträge gibt. Wenn du arbeitest und trotzdem Unterstützung brauchst, spricht man oft von Aufstockung.
Für eine schnelle Orientierung nutze den Leistungsrechner.
7) Kinder: was ist wichtig?
Bei Familien spielen neben dem Regelbedarf vor allem Kindergeld, Wohnkosten und ggf. Mehrbedarfe (z.B. Alleinerziehung) eine große Rolle. Kindergeld wird in vielen Konstellationen als Einkommen berücksichtigt.
Wenn du wissen willst, welche Bedarfe und Mehrbedarfe typisch sind, folge diesem Link.
8) Sanktionen und Pflichten: kurz erklärt
Mit dem Leistungsbezug gehen Mitwirkungspflichten einher (z.B. Unterlagen einreichen, Termine wahrnehmen, zumutbare Schritte). Details hängen vom Einzelfall ab und können sich durch Gesetzesänderungen ändern.
Aktuelle Änderungen findest du hier.
9) Auszahlung: wann kommt das Geld?
Die Leistung wird monatlich im Voraus gezahlt. Die Termine hängen von Wochenenden und Feiertagen ab.
Siehe Zahlungstermine.