Das neue Jahr wirft seine Schatten voraus und Millionen von Verbrauchern steht Neues bevor. Das Jahr 2024 bringt vielfältige Veränderungen mit sich, besonders finanzieller Natur. Doch was sind die wichtigsten Änderungen ab 2024? Von Versicherungen bis zu Steuern, hier sind die Schlüsseländerungen, die jeden Verbraucher betreffen.

Neuerungen zum Jahreswechsel sind keineswegs ungewöhnlich. Dennoch ist es in diesem Jahr besonders wichtig, über alle wichtigsten Änderungen ab 2024 gut informiert zu sein. Denn Verbraucher müssen mit kleinen und großen Veränderungen rechnen, die das persönliche Monatsbudget betreffen.

In unserem Artikel geben wir einen Überblick über die wichtigsten Änderungen, mit denen alle Verbraucher ab 2024 rechnen müssen. Bei vielen Neuregelungen geht es ums Geld, andere betreffen rechtliche Aspekte und mehr.

Neues Jahr – neue Regeln: Die wichtigsten Änderungen betreffen alle Verbraucher

Das neue Jahr bringt sehr viele Neuregelungen mit sich. Die wichtigsten Änderungen betreffen tatsächlich alle Verbraucher. Manche sind direkt im Geldbeutel spürbar, andere machen sich erst auf Umwegen bemerkbar. So wie beispielsweise das Gebäude-Energie-Gesetz, kurz GEG, welches ab dem 1. Januar 2024 in Kraft tritt.

Wichtigste Änderungen für Verbraucher im Jahr 2024:

  • Versicherungen: KFZ-, Hausrat-, und Gebäudeversicherungen werden teurer ab 2024.
  • Bürgergeld: Anhebung um 12%, positive Auswirkungen auf Empfänger.
  • Steuern: Erhöhung des Grundfreibetrags und Kinderfreibetrags.
  • Gesundheit: Verschreibungspflichtige Medikamente nur noch per E-Rezept.
  • Umwelt: Höherer CO²-Preis, verteuert Öl, Gas, und Sprit.
  • Arbeit: Mindestlohn steigt auf 12,41 Euro, Auszubildenden-Vergütung erhöht sich.
  • Umweltbewusstsein: Einwegpfand auf Milchgetränke in Plastikflaschen wird eingeführt.
  • Gastronomie: Mehrwertsteuer steigt auf 19%.
  • Renten: Geplante Erhöhung um 3,5%, jedoch noch nicht endgültig beschlossen.
  • Elterngeld: Einkommensgrenze sinkt für Geburten ab April 2024.

Für Versicherungsnehmer wird es teurer

Wer eine KFZ-Versicherung hat, muss ab dem neuen Jahr mit rund 10 Prozent höheren Versicherungsbeiträgen rechnen. Begründet wird das von den Versicherungsgesellschaften mit den durch die Inflation gestiegenen Reparaturkosten.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Betroffene von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen können. Das sollte jedoch innerhalb von 4 Wochen ab Erhalt der neuen Beitragsinformation geschehen. Hier ist es vorteilhaft, wenn Sie vorab Preise vergleichen.

Aber auch Verbraucher, die eine Hausrat- und/oder Gebäudeversicherung haben, müssen sich ab 2024 auf höhere Versicherungsprämien einstellen. Wie hoch diese im Einzelnen sind, hängt vom Einzelfall ab.

Steigendes Bürgergeld

Bürgergeld-Empfänger profitieren von der Anhebung des Regelsatzes ab Januar 2024. Etwa 5,5 Millionen werden ein höheres Bürgergeld erhalten. Die per Gesetz beschlossene Erhöhung beträgt 12 %, das sind beispielsweise für Alleinstehende immerhin 61 Euro und für Paare 55 Euro, die pro Monat mehr zur Verfügung stehen. 

Für Kleinkinder bis 5 Jahre gibt es 39 Euro mehr und für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren 42 Euro. Bei Jugendlichen bis 17 Jahren erhöht sich der Regelsatz beim Bürgergeld um 51 Euro und junge Erwachsene bis 25 Jahre, die noch im elterlichen Haushalt leben, können mit 49 Euro mehr Bürgergeld rechnen.

Höhere Freibeträge

Mehr “Netto” vom “Brutto” zu haben, lässt nicht nur Geringverdiener aufatmen. Mit Beginn des neuen Jahres wird der Grundfreibetrag beim steuerlichen Einkommen angehoben. Das bedeutet, dass ledige Arbeitnehmer erst ab 11.604 Euro und Ehepaare erst ab 23.208 Euro für ihr Einkommen Steuern zahlen müssen.

Ebenso wird der Kinderfreibetrag angehoben. Demnach können Paare pro Kind und Elternteil ab dem 1. Januar 2024 6.384 Euro und getrennt lebende Eltern 3.192 Euro bei der Steuererklärung geltend machen.

Verschreibungspflichtige Medikamente nur noch über das E-Rezept

Eben schnell ein Rezept in der Apotheke einlösen? Das wird 2024 vollkommen anders laufen. Denn ab dem neuen Jahr sind Ärzte dazu verpflichtet, ein E-Rezept auszustellen. Für Patienten bedeutet das im Umkehrschluss: Die nötigen Medikamente gibt es dann nur noch gegen Vorlage des E-Rezeptes. Jedoch braucht man dazu ebenfalls eine NFC-fähige Gesundheitskarte sowie einen spezielle PIN oder eine App von der jeweiligen Krankenkasse.

Deutlich höherer CO²-Preis

Ab dem kommenden Jahr verteuern sich Öl, Gas und Sprit aufgrund der Anhebung des CO²-Preises auf 45 Euro pro Tonne. Für Verbraucher macht sich das direkt im Geldbeutel bemerkbar, denn durchschnittlich werden beim Gas rund 58 Euro und beim Heizöl etwa 86 Euro pro Jahr mehr zu Buche schlagen.

Aber Achtung: Gasanbieter, die diesen Preisanstieg an ihre Kunden weitergeben,  müssen über diesen bevorstehenden Preisanstieg umfassend informieren. Andernfalls haben Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht, laut § 41 Abs. 5 EnWG.

Doch auch Tanken wird durch den höheren CO²-Preis teurer. Bei Benzin wird ab 2024 eine Preissteigerung von rund 4,3 Cent pro Liter und beim Diesel etwa 4,8 Cent pro Liter fällig.

Mindestlohn und Auszubildenden-Vergütung werden angehoben

Arbeitnehmer können sich ab dem neuen Jahr auf einen höheren Mindestlohn freuen. Dieser beträgt ab Januar 2024 12,41 Euro pro Stunde (brutto).

Da der höhere Mindestlohn auch für Minijobber gilt, erhöht sich damit automatisch ebenfalls die Verdienst-Obergrenze.. Das bedeutet, dass Menschen mit einem Minijob nun nicht mehr 520 Euro, sondern 538 Euro im Monat verdienen dürfen.

Für Auszubildende bringt das neue Jahr ebenso eine Erhöhung mit sich. Demzufolge darf die Vergütung im 1. Ausbildungsjahr nicht mehr unter 649 Euro liegen. Im zweiten Jahr erhalten Auszubildende mindestens 766 Euro und im dritten Jahr mindestens 876 Euro.

Erweiterter Einwegpfand

Das Pfandsystem in Deutschland wird ab dem neuen Jahr erweitert. Demnach sind ab dem 1. Januar 2024 auch Milchgetränke, die in Plastikflaschen angeboten werden, nur noch gegen Pfand erhältlich. Verbraucher sollten beim Milchgetränke-Kauf also 25 Cent mehr einkalkulieren. Geld, das man aber wie gehabt am Rückgabeautomaten für Flaschen zurückbekommt. 

19 Prozent Mehrwertsteuer in der Gastronomie

Mit Beginn des neuen Jahres wird es deutlich teurer werden, essen zu gehen. Denn ab dem 1. Januar 2024 wird die Mehrwertsteuer in der Gastronomie wieder auf 19 % angehoben. Aber Achtung: Das betrifft nur jene Speisen, die direkt vor Ort verzehrt werden. Speisen, die man mitnimmt, bleiben von dieser Mehrwertsteuer-Erhöhung verschont.

Rentenerhöhung 2024

Die Renten sollen 2024 um 3,5 % angehoben werden. Trotz der aktuellen (etwas verwirrenden) Haushaltskrise könnte sich das noch ändern. Denn diese Änderung ist leider noch nicht beschlossen, weswegen man vermutlich noch nicht in Freudentränen ausbrechen sollte. Ob es wirklich zu dieser Rentenerhöhung kommt, entscheidet sich erst im Frühjahr.

Einkommensgrenze beim Elterngeld sinkt

Eltern, deren Kind ab April 2024 zur Welt kommt, haben nur dann einen Anspruch auf Elterngeld, wenn ihr Jahreseinkommen 200.000 Euro nicht übersteigt (ab 2025 sind es dann nur noch 175.000 Euro). Bei Alleinerziehenden sinkt die Einkommensgrenze beim Elterngeld auf 150.000 Euro Jahreseinkommen.

Quellenangabe