Bürgergeld-Empfänger bekommen ab 2024 deutlich mehr Geld – der Regelsatz steigt um bis zu 12 Prozent. Ist die Erhöhung der Regelbedarfsstufen ausreichend oder nicht?

Auf den ersten Blick scheint die geplante Bürgergeld-Erhöhung die angespannte finanzielle Situation vieler Menschen hierzulande zu erleichtern. Doch schon beim zweiten Blick kommen Zweifel auf: Deckt der neue Regelsatz die Stromkosten?

In diesem Artikel erklären wir, was es mit dem neuen Regelsatz auf sich hat und wie viel Geld Bürgergeld-Empfängern für Stromkosten zur Verfügung steht.

Die Bürgergeld-Erhöhung ab 2024

Diese Woche wurde das Schicksal des Bürgergeldes besiegelt – das Bundeskabinett gab grünes Licht für die 12%ige Erhöhung im Jahr 2024.

Das bedeutet, dass Empfänger in nur wenigen Monaten, für den 1. Januar 2024, 563 Euro pro Monat, statt zuvor 502 Euro, erhalten. Dies entspricht einer Erhöhung von 61 Euro zum aktuellen Bürgergeld Regelsatz.

Der Regelsatz basiert auf der Berechnung, wie viel anspruchsberechtigte Bürgergeld-Empfänger für verschiedene Lebenshaltungskosten wie Lebensmittel, Strom, DSL und mehr benötigen.

Für die Stromkosten wurde ein Anteil von 45,70 Euro pro Person im Regelsatz ermittelt. Ist dieser Betrag realistisch?

Lese-Tipp:Debatte vorbei: Neuer Bürgergeld-Regelsatz 2024 beschlossen – Vieles ändert sich

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Was denkst Du über den Bürgergeld-Regelsatz für 2024?

Bürgergeld 2024: Droht Armut wegen hoher Stromkosten?

Die Bürgergeld-Erhöhung von 45,70 Euro für Stromkosten wird spürbar sein. Dennoch könnten Bürgergeld-Empfänger im Jahr 2024 immer noch nicht genug Geld erhalten, um die Energiekosten zu decken.

Doch Berechnungen des Vergleichsportals Verivox machen jetzt deutlich: Für die durchschnittlichen Stromkosten reicht es dennoch nicht. Anhand der aktuellen Strompreise ergeben sich für einen Singlehaushalt mit einem Jahresverbrauch von 1500 Kilowattstunden voraussichtlich rund 56,45 Euro monatliche Stromkosten.

Im Umkehrschluss bedeutet das: die tatsächlichen Kosten für Strom fallen etwa 24 Prozent höher aus als die dafür vorgesehenen Sozialleistungen. In Euro ausgedrückt würde das bedeuten, dass den Bürgergeld-Empfängern theoretisch 10,75 Euro fehlen würden, um ihre Stromrechnung zu bezahlen!

Neukunden Vorteil auch mit Bürgergeld?

Es mag verwirrend klingen, doch Bürgergeld-Empfänger können diese Differenz dennoch decken. Das Zauberwort heißt hier: Neukunde. Berücksichtigt man nämlich das aktuelle Preisniveau, von dem Neukunden im Bundesdurchschnitt profitieren können, liegen die Stromkosten sogar mehr als 5 Prozent unter der Bürgergeld-Erhöhung.

Das bedeutet, dass Empfänger von Bürgergeld ab Januar 2024 45,70 Euro mehr vom Amt erhalten, als Neukunden im Durchschnitt verbrauchen, aber nur rund 43,27 Euro an Stromkosten im Monat zahlen müssen. Das ist mit 2,43 Euro nicht sonderlich viel, aber immerhin bleibt doch ein kleines Taschengeld übrig, wenn der Strom bezahlt ist.

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Regionale Unterschiede bei den Einsparungen

Die Höhe der zu erwartenden Einsparungen, variieren je nach Region und Bundesland.

Alleinstehende Bürgergeld-Empfänger in Bremen müssen für den günstigsten Stromtarif durchschnittlich 40,35 Euro aufbringen. Das sind etwa 12 Prozent weniger als im Regelsatz des Bürgergeldes vorgesehen. Umgerechnet auf das Jahr ergibt sich daraus ein rechnerisches Plus von rund 64 Euro.

In Bayern, Berlin und Niedersachsen liegen die realen Stromkosten im günstigsten Tarif jeweils 7 Prozent unter dem im neuen Regelsatz festgelegten Stromkostenanteil.

Schock für Bürgergeld-Empfänger in Brandenburg und Schleswig-Holstein

Bürgergeld-Empfänger in Brandenburg und Schleswig-Holstein können davon jedoch nicht profitieren. Hier übersteigen die realen Stromkosten den vorgesehenen Stromkostenanteil um 2 Prozent. Das sind etwa 11 Euro monatlich mehr. In diesen Bundesländern deckt das erhöhte Bürgergeld die Stromkosten nicht.

Das Jobcenter sollte die Stromkosten übernehmen

VDK und der Paritätischen Wohlfahrtsverband haben vorgeschlagen, dass der Bürgergeld-Regelsatz nur dann ausreichen könnte, um einen angemessenen Lebensstandard zu gewährleisten, wenn das Jobcenter auch die vollen Stromkosten übernimmt.Das Jobcenter übernimmt bereits vollständig die Miete und Heizkosten für Bürgergeld-Empfänger, daher wäre es sinnvoll, auch die Ausgaben für Strom zu übernehmen.

Lese-Tipp: 813 Euro Bürgergeld? Massive Regelsatz-Erhöhung kommt bald

Zusätzlich, wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihre Stromrechnung zu bezahlen, oder Strom zum Heizen verwenden, könnten Sie möglicherweise für ein Darlehen oder einen Zuschuss vom Jobcenter berechtigt sein.

Mehr Informationen: Stromkosten 2023 mit Bürgergeld: Welche Hilfen gibts vom Staat?

Tarif- und Anbieterwechsel: Lohnt es sich?

Um von dem günstigsten Strompreis profitieren zu können, ist häufig ein Tarif- oder Anbieterwechsel notwendig. Diese Möglichkeit haben auch Bürgergeld-Empfänger. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass dies in einigen Fällen keinesfalls immer unkompliziert geht.

Überprüfen Stromanbieter die Bonität, können negative Schufa-Einträge den Vertragsabschluss verhindern. Für einkommensschwache Verbraucher ist somit der Weg zu günstigen Stromkosten als Neukunde versperrt.

Es lohnt sich dennoch, einen Tarifwechsel in Betracht zu ziehen. Oftmals hat man beim gleichen Anbieter gute Möglichkeiten, die Stromkosten auf diese Weise zu senken.

Wann ist die beste Zeit für Anbieter-Wechsel?

Sind Sie es leid, zu hohe Energiekosten zu zahlen? Viele Menschen warten bis zum Winter, doch dann ist es oft zu spät, um von den besten Angeboten zu profitieren. Oft kommen die Preiserhöhungen, wenns kälter wird und reichen über den ganzen Winter.

Daher ist genau jetzt der optimale Zeitpunkt für einen Energiepreisvergleich. Verpassen Sie nicht die Chance, Geld zu sparen und wechseln Sie rechtzeitig zu einem günstigeren Anbieter. Es lohnt sich!

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Fazit: Bürgergeld 2024 vs Stromkosten – Was tun?

Das Bürgergeld wird ab 2024 deutlich erhöht. Lässt sich doch die finanzielle Situation von einkommensschwachen Haushalten etwas verbessern. Dennoch deckt der vorgesehene Betrag die individuellen Stromkosten nicht in jedem Falle. Hier sind Lösungen wie ein Tarif- oder Anbieterwechsel gefragt. Denn oftmals kann man als Neukunde von besonders günstigen Strompreisen profitieren.